Schicht

Schicht

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Schicht [ʃɪçt], die; -, -en:
1. über, unter oder zwischen etwas anderem flächenhaft ausgebreitete Masse eines Stoffes o. Ä.:
eine dicke Schicht Staub; eine Schicht Kohle wechselte mit einer Schicht Erz.
Syn.: Lage.
Zus.: Außenschicht, Deckschicht, Eisschicht, Erdschicht, Farbschicht, Fettschicht, Gesteinsschicht, Isolierschicht, Luftschicht, Rostschicht, Schlammschicht, Schutzschicht, Staubschicht, Wolkenschicht.
2. Gruppe innerhalb einer Gesellschaft, deren Angehörige sich in der gleichen (sozialen) Lage befinden:
die herrschenden, besitzenden, bürgerlichen Schichten; die armen, bildungsfernen Schichten der Bevölkerung; zur Schicht der Privilegierten gehören.
Syn.: Klasse, Kreis, Stand.
Zus.: Bevölkerungsschicht, Führungsschicht, Gesellschaftsschicht, Mittelschicht, Oberschicht, Unterschicht.
3.
a) Abschnitt eines Arbeitstages in durchgehend arbeitenden Betrieben:
die erste Schicht ist vorbei; die Schicht wechseln.
Zus.: Frühschicht, Nachtschicht, Spätschicht, Tagschicht.
b) Gruppe von gemeinsam in einer Schicht (3 a) Arbeitenden:
eine Kollegin aus meiner Schicht.
Zus.: Frühschicht, Nachtschicht, Spätschicht, Tagschicht.

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Schịcht 〈f. 20
1. Lage (eines einheitl. Stoffes), Überzug (Farb\Schicht, Luft\Schicht, Staub\Schicht, Wolken\Schicht; Schutz\Schicht)
2. 〈Geol.〉 durch Sedimentation entstandene, tafel- od. plattenförmige Gesteinslage, deren waagerechte Ausdehnung beträchtlich ist
3. tägl. Arbeitszeit (der Arbeiter) (Früh\Schicht, Spät\Schicht, Nacht\Schicht)
4. Gesamtheit der Arbeiter eines Betriebs, die zur gleichen Zeit arbeiten
5. 〈Soziol.〉 gesellschaftlich gleichgestellte Personengruppe (Arbeiter\Schicht, Gesellschafts\Schicht, Ober\Schicht)
● die verschiedenen \Schichten der Bevölkerung; eine \Schicht Holz, Sand, Steine, Stroh; abwechselnd eine \Schicht Kartoffeln und eine \Schicht Fleisch ● eine \Schicht fahren 〈Bergmannsspr.〉 ein Tagewerk vollbringen, einen Tag arbeiten; \Schicht machen Feierabend, Feierschicht machendicke, dünne, feine \Schicht; lichtempfindliche \Schicht (auf Filmen); obere, untere, mittlere \Schicht ● der Betrieb arbeitet in drei \Schichten [<mhd. schicht „Schickung, Geschehnis“; vermutl. zu ahd. missa skiht „Unglück“, niuskiht „neues Ereignis, Neuigkeit“; zu scehan „sich fügen, geschehen“; ferner vermutl. beeinflusst von ags. sciftan „teilen, anordnen“, mnddt. schichten „ordnen, reihen, aufteilen“; zu idg. *(s)kei- „schneiden, trennen, teilen“; dazu um 1300 bergmänn. „Reihe, Lage, was an- u. übereinander gelagert ist“, dann „Zeit, die zum Abbau einer Gesteinsschicht notwendig ist“, später „die in einer Schicht gleichzeitig Arbeitenden“]

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Schịcht , die; -, -en [aus dem Niederd., Md. < mniederd., md. schicht = Ordnung, Reihe; Abteilung von Menschen, auch: waagerechte Gesteinslage, Flöz; zu mniederd. schichten, schiften = ordnen, reihen, trennen, aufteilen, verw. mit Schiene]:
1. in flächenhafter Ausdehnung in einer gewissen Höhe über, unter od. zwischen anderem liegende einheitliche Masse:
die oberen -en der Luft;
auf den Büchern lag eine dicke S. Staub;
die Lackierung besteht aus mehreren -en;
eine S. Biskuit wechselt mit einer S. Sahne;
Ü die verborgensten -en des Bewusstseins.
2. Gesellschaftsschicht:
die politisch führende S.;
die S. der Intellektuellen;
zu einer bestimmten [sozialen] S. gehören.
3. [über die Bed. »Flöz« übertr. im Sinne von »Abteilung, die gerade in einem Flöz arbeitet«]
a) Abschnitt eines Arbeitstages in durchgehend arbeitenden Betrieben, in denen die Arbeitsplätze in einem bestimmten Turnus mehrmals am Tag besetzt werden:
die S. wechseln;
von der S. kommen;
b) Gruppe von gemeinsam in einer Schicht (3 a) Arbeitenden:
die zweite S. ist eben eingefahren;
ein Kollege aus meiner S.

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I
Schicht
 
[mittelniederdeutsch schicht »Ordnung«, »Reihe«, »Abteilung von Menschen«],
 
 1) Archäologie: bei Ausgrabungen in Farbe, Struktur oder Beimengungen unterscheidbarer Abschnitt im vertikalen Bodenprofil, entstanden durch natürliche oder menschliche Einwirkungen, meist Zerstörung der ehemals hier befindlichen Gebäude, Anlagen oder Ähnliches, z. B. durch Erdbeben, Überschwemmung, Brand, Einsturz, Verödung, Planierung (zwecks Aufbaus oder Wiederaufbaus) oder anthropogene Aufschüttung (z. B. bei Wurten). Die Dokumentation der Schichten und ihrer Umgebung (unter- und überlagernde Schichten) sowie der in ihr geborgenen Funde (Scherben, Holz, Münzen, Samen) ist Grundlage für die Altersbestimmung des gesamten Objekts und der Funde (die ihrerseits Anhaltspunkte zur zeitlichen Einordnung bieten können) und gegebenenfalls für die Bestimmung der zeitlichen Abfolge einzelner Bebauungsphasen.
 
 2) Bergbau: Viertelanteil an einer Bergbauzeche, 1 Schicht = 8 Stamm = 32 Kuxe.
 
 3) Geologie: durch Ablagerung (Sedimentation) entstandener plattiger Gesteinskörper von größerer flächenhafter Ausdehnung. Die eine Schicht begrenzenden Flächen werden Schichtflächen genannt, die obere Dachfläche, die untere Sohlfläche. Die Berührungszone, in der zwei Schichten aneinander stoßen (also zwischen der Sohlfläche der oberen und der Dachfläche der unteren Schicht), wird Schichtfuge genannt. Mehrere genetisch zusammengehörende Schichten bilden eine Schichtfolge, -Gruppe, -Reihe, -Serie, einen Schichtkomplex. (Schichtung)
 
 4) Soziologie: soziale Schicht, Schichtung.
 
 5) Technik: die Komponente eines Stoffverbundes, die durch Beschichten auf einen Trägerwerkstoff gebracht wurde; auch die einzelnen Lagen von Schichtpressstoffen.
 
 6) Wirtschaft: Abschnitt eines Arbeitstages in durchgehend arbeitenden Betrieben, in denen Arbeitsplätze in einem bestimmten Turnus mehrmals am Tag besetzt werden (Schichtarbeit).
 
II
Schicht,
 
Schichtung.
 
III
Schicht
 
[engl. layer], abstrakte Bezeichnung für ein Protokoll (Übertragungsprotokoll), das auf einer bestimmten Ebene eines Protokollstapels arbeitet. Jede einzelne der hierarchisch geordneten Schichten ist für bestimmte Dienste oder Funktionen innerhalb des Computers bzw. der Übertragung zuständig. Eine Standardisierung leistet das OSI-Schichtenmodell.

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Schịcht, die; -, -en [aus dem Niederd., Md. < mniederd., md. schicht = Ordnung, Reihe; Abteilung von Menschen, auch: waagerechte Gesteinslage, Flöz; zu mniederd. schichten, schiften = ordnen, reihen, trennen, aufteilen, verw. mit ↑Schiene; 3: über die Bed. „Flöz“ übertr. im Sinne von „Abteilung, die gerade in einem Flöz arbeitet“]: 1. in flächenhafter Ausdehnung in einer gewissen Höhe über, unter od. zwischen anderem liegende einheitliche Masse: die unteren, oberen, mittleren -en des Gesteins, des Bodens, der Luft; die geologischen -en (durch Ablagerung entstandenen Gesteinsschichten); die archäologischen -en (unter archäologischen Gesichtspunkten jeweils eine Einheit bildenden Schichten des Bodens); die fotografische S. (lichtempfindliche Schicht eines fotografischen Materials); auf den Büchern lag eine dicke S. Staub; [immer abwechselnd] eine S. Nudeln und eine S. Schinken in eine Auflaufform füllen; die Lackierung besteht aus mehreren -en; eine S. Biskuit wechselt mit einer S. Sahnecreme; die kostbaren Fresken waren jahrhundertelang unter einer S. Mörtel verborgen gewesen; die Felsen waren von einer dünnen S. Eis überzogen; Ü die verborgensten -en der Seele, des Bewusstseins; so überzog eine S. von Unwirklichkeit ... die ganze Szene (Hesse, Steppenwolf 119); einen musikalischen Satz in seine strukturell bedeutsamen -en zerlegen. 2. Gesellschaftsschicht: die besitzenden, herrschenden, gebildeten -en; die politisch führende S.; die S. der Intellektuellen; Alle Altersstufen, alle Berufe und alle sozialen -en waren vertreten (Leonhard, Revolution 111); am Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan quillt Ajmers Altstadt ... von Besuchern aus allen -en der Bevölkerung über (a & r 2, 1997, 37); zu einer bestimmten [sozialen] S. gehören. 3. a) Abschnitt eines Arbeitstages in durchgehend arbeitenden Betrieben, in denen die Arbeitsplätze in einem bestimmten Turnus mehrmals am Tag besetzt werden: die erste S. dauert von 6 bis 14 Uhr; die S. wechseln; S. (in Schichten) arbeiten; S. machen (ugs.; [als Schichtarbeiter] Feierabend machen); eine S. [ver]fahren (Bergmannsspr.; zu einer Schicht in die Grube fahren); von der S. kommen; Dann ging er zur S. (Weber, Einzug 81); Ü „S. (ugs.; Feierabend)“, brüllt der Zapfer durch die fast leere Kneipe (Hamburger Rundschau 11. 8. 83, 3); ∙* [mit etw.] S. machen (landsch.; [mit etw.] aufhören): ∙ denn is es Zeit, un denn musst du nu S. damit machen (Fontane, Jenny Treibel 192); b) Gruppe von gemeinsam in einer ↑Schicht (3 a) Arbeitenden: die zweite S. ist eben eingefahren; ein Kollege aus meiner S.

Universal-Lexikon. 2012.

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